[vc_row parallax=“yes“][vc_column width=“2/3″][blockquote type=“blockquote_line“ width=“100%“]

Eine Achterbahn Fahrt inklusive ungesunder Herzfrequenz bis zum Park Office, stolpernd den Schimpansen auf den Fersen und kill me quick am Abend

[/blockquote][vc_column_text]Kurz nach dem Sonnenaufgang kugelten wir uns aus den Daunen wobei uns der neue Tag grau in grau begrüsste. Die ganze Umgebung war mit dicken Nebelschwaden verhangen, nicht gerade tolle Voraussichten wenn man an das Fotografieren von Schimpansen im Regenwald denkt. Vor uns lag nur eine kurze Strecke von zirka 30 Minuten bis zum Kibale National Park wo wir um 07:30 Uhr für das Tracking/Trekking bereit sein sollten. Wir konnten es zeitlich also noch gemütlich angehen lassen. Kurz vor 7 Uhr fuhren wir los, wieder zurück auf dem gleichen Feldweg wie gestern. Nach einigen Fahrminuten wurde uns langsam klar, dass dies keine sehr gemütliche Fahrt sein würde. Die Pistenverhältnisse waren und wurden immer katastrophaler. Durch den vielen Regen von gestern war der Boden komplett aufgeweicht und total seifig. So wirklich unter Kontrolle hatte ich den Wagen nun nicht mehr, ER machte im Grossen und Ganzen was er wollte. Wir kamen zu einer Stelle, wo es eine recht markante Steigung runter ging. Vorsichtshalber legte ich zum ersten Mal auf dieser Reise den 4×4 ein und fuhr langsam los. Welche andere Wahl hatten wir, es gab nur diesen einen Weg?!

Diese Abfahrt glich einer Achterbahn Fahrt. Der Wagen fuhr von allein, eine Steuerung war meinerseits nicht mehr möglich. Ich schaute nur noch, dass wir nicht zu schnell wurden und eventuell plötzlich quer zur Piste stehen würden. Immerhin klappte dies soweit gut. Den Wagen schlug es links und rechts in die Spurrinnen rein, die Räder touchierten dabei wohl auch immer wieder die hohe Böschung. Ich hatte nun grösste Sorgen um die Radachsen. Zum Glück waren am Wagen auch massive Trittbretter angebracht, so dass diese die Stösse gegen die Böschung auch auffingen. Nach einer gefühlten Ewigkeit und mit ungesunder Herzfrequenz kamen wir doch heil unten an. Jedenfalls konnten wir keine Schäden am Wagen feststellen. Wieder einmal meinen Respekt an dieses Fahrzeug. Krass, was dieses einstecken kann. Das Schlimmste hatten wir so hinter uns gebracht, der Rest vom Weg zum Park brachten wir auch heil hinter uns.

Um 07:30 Uhr kamen wir rechtzeitig beim Visitor Center vom Kibale National Park an und schreiben uns für das Tracking/Trekking ein. Mit den Permits war alles in Ordnung. Wir waren die ersten Besucher. Der Mann am Informations-Desk meinte, dass es erst um 08:00 Uhr losgehen würde. Wir würden nun noch warten,  eventuell würden noch andere Gäste kommen. So war es dann auch, nach und nach fuhren weitere Geländewagen ein, die weitere Touristen anlieferten. Am Schluss waren es um die 12 Personen, mit uns eingerechnet. Es gab eine kurze Einführung zum Schimpansen Tracking/Trekking (Ablauf, Verhalten usw.), danach wurden wir in 2 Gruppen aufgeteilt und wir bekamen einen Guide (Silver) zugewiesen. In unserer Gruppe waren noch 3 Holländer (eine ältere Dame, und ein Pärchen Ende vierzig). Der älteren Dame kam kurz vor dem Start zum Tracking/Trekking auch noch in den Sinn, dass sie ihre Kamera im Hotel vergessen hatte. Daraufhin fuhr doch tatsächlich der Fahrer dieser Reisegruppe los und holte die Kamera. Er benötigte dafür zirka 20 Minuten und hatte wohl einen rechten Bleifuss, so wie er bei der Abfahrt davonrauschte. Hoffentlich gab sie ihm wenigstens ein gutes Trinkgeld am Abend oder Ende der Reise. Mit ihrem Fahrer fuhren wir dann auch ein kleines Stück weiter in den Wald rein, von wo aus das Tracking/Trekking startete. Wir liefen zuerst in eine andere Richtung als die zweite Gruppe. Per Funk konnten die Ranger sich miteinander austauschen. Unser Guide meinte, dass wir bei einem grossen Feigenbaum gute Chancen hätten, auf die Schimpansen zu treffen. Dies bewahrheitete sich aber leider nicht und so gingen wir wieder zurück zum Ausgangpunkt. Unterwegs hatte Alida wieder mal ein sehr gutes Auge, hatte sie doch schon einen grünen Frosch gut verborgen im Laub und eine riesige Spinne entdeckt. Da musste ich mich auch schon das erste Mal ab der älteren Dame aufregen. Bis sie die grosse Spinne endlich erspäht hatte, wären wir schon fast nach Kampala und zurück gelaufen. Ich nervte mich ja nur, weil wir eigentlich wegen den Schimpansen hier waren. :-)

Beim dem Waldweg wechselten wir nun die Seite und stachen erneut in das Dickicht. Ich lief am Ende unserer kleinen Tracking/Trekking Gruppe, vor mir hatte ich die ältere Dame. Irgendwie schaffte sie es, über jeden zweiten Ast auf dem Boden zu stolpern. Mehrmals viel sie hin und ich durfte ihr beim Aufstehen helfen. Die Stürze taten mir teilweise schon vom Zusehen weh, aber sie hielt sich wacker und kam glücklicherweise immer wieder unverletzt auf die Beine. Plötzlich konnten wir von weitem aber deutliche Laute von Schimpansen hören. Wir waren also nun auf der richtigen Fährte, unsere Anspannung stieg.

Kreuz und Quer liefen wir durch das Dickicht und unvermittelt waren wir am Ziel. Unser Ranger zeigte in die Baumwipfel eines weiteren Feigenbaumes und wir konnten kleine schwarze Flecken erkennen. Tatsächlich, das waren Schimpansen. Der Ranger erklärte uns, dass die noch in ihren Nestern am Schlafen waren, da es noch etwas kühl war. Uns war heiss von der Wanderung :-) An gute Fotos war vorerst nicht zu denken, der Himmel grau und matt, keine Sonne und zudem überall Blätter welche die Sicht versperrten. Etwas später zeigte sich die Sonne aber doch noch, und wie auf ein Stichwort wurden die Schimpansen aktiver und turnten in den Baumwipfeln munter herum. Wir konnten nun ein paar Fotos aus der Ferne machen, die aber allesamt nicht berauschend wurden. Die Lichtverhältnisse waren immer noch miserabel bis dürftig. Ein einzelner Schimpanse kletterte dann plötzlich von den Bäumen runter. Sofort folgten wir (unsere Gruppe) diesem einen Schimpansen.

Gemäss unserem Guide war es ein Männchen, welches recht „zutraulich“ sein soll. Er legte einen rechten Zahn zu, so dass wir durch das Dickicht nur schwer folgen konnten. Ach ja, die Dame war vor mir wieder mal hingefallen und wir konnten kaum mehr den Anschluss an den Rest der Gruppe halten. Das Männchen traf sich unterwegs noch mit anderen Schimpansen und hielt anscheinend einen kurzen Schwatz. Er war jedoch meistens in Bewegung und jedes Mal wenn wir ihn eingeholt hatten lief er auch schon wieder weiter. An einer Stelle blieb er dann aber längere Zeit sitzen, legte sich in Pose und ass auch etwas zu Frühstück.

Endlich hatten wir die Gelegenheit und das Glück, einige Fotos von diesem schmucken Kerlchen zu machen. Die Lichtverhältnisse waren hier aber auch nicht besser, so dass es mir wegen den angezeigten Zahlen im Sucher kalt den Rücken runter lief. :-) Wir kamen dabei auch erstaunlich nahe an das Männchen heran, er liess uns aber auch während seinen teilweise doch recht akrobatischen Verrenkungen nie aus den Augen.

Als ich voll konzentriert am Fotografieren war, flog die Dame schon wieder durch die Luft und landete dieses Mal aber weicher, da sie sich meine linke Seite als Zielflughafen ausgesucht hatte. Irgendwie war das heute wohl nicht so ihr Tag… Langsam aber sicher ging die Zeit bei den Schimpansen dann aber auch zu Ende. Alles in allem war dieses Zusammentreffen doch recht harmonisch und bedächtig. Einfach geniessen und bestaunen, die Schimpansen in der Wildnis zu sehen und zu erleben. Ab und an war auch Aktion angesagt, dann wenn die Schimpansen wild kreischend und gestikulierend durch den Wald rannten. Wäre schon toll, wenn man sie verstehen könnte und den Grund für die Aufregung erfahren könnte.

Wir liefen dann quer durch den Wald zurück zum Visitor Center. Alleine in diesem Wald würde man sich wohl trostlos verlauf und den Weg hinaus nicht ohne weiteres wieder finden. Man hat absolut keine Orientierung, keine Ahnung wo Norden und Süden war und in welche Richtung man hätte gehen müssen. Zum Glück gibt es aber die Guides, die kennen den Wald. Wir erreichten das Visitor Center, das Tracking/Trekking war somit zu Ende. Wir können dieses definitiv weiterempfehlen, nicht nur wegen den Schimpansen sondern auch weil man direkt in einem Dschungel ist und querfeldein läuft. Im Kibale National Park gibt es auch unglaublich viele und wunderschöne Schmetterlinge. Wir waren noch nie an einem Ort, wo es so viele schöne, farbenprächtige und unterschiedliche Schmetterlinge hatte.

Beim Visitor Center tranken wir dann noch etwas im Restaurant und unterhielten uns mit zwei Kanadiern (Calgary), die als Backpacker in Ostafrika für sechs Wochen unterwegs waren. Sie waren etwas jünger als wir aber nett und es war lustig mit ihnen ein wenig zu quatschen. Dann fuhren wir so gegen 14:00 Uhr zurück nach Fort Portal. Wir wollten zum Camp „Kluges Guest Farm“ für die nächste Übernachtung. Das Camp zu finden war gar nicht so einfach, da es doch recht abgelegen liegt. Mit ein wenig Nachfragen bei den Locals klappte es dann aber doch noch. Das Camp beziehungsweise die Farm machte einen guten Eindruck. Wir erhielten ohne Probleme eine Camp Site für die Nacht, denn auch hier waren wir die einzigen Gäste. Die Sanitäranlagen waren in Ordnung und einigermassen sauber, Toiletten mit Spülung und für das warme Duschwasser wurde auch hier für uns eingefeuert. Der Rest von der Farm wirkte sehr gepflegt, mit Blumen am Wegesrand und auch die Bungalows machten von aussen einen guten Eindruck. Da mittlerweilen – wen wundert’s – wieder der Regen einsetzte, entschieden wir uns, heute mal im Restaurant zu essen. Das Essen war schmackhaft, aber auch nicht der Brüller. Dafür war der Preis aber eigentlich auch schon fast lächerlich, halt verglichen mit Schweizer Verhältnissen. Zum Essen gönnten wir uns auch ein Glas Roséwein und zum Apéro gab es einen Martini. Der Besitzer der Farm (Stefan Kluge) kam dann noch zu uns an den Tisch. Er ist Deutscher und seit zirka 30 Jahren hier in Uganda.

Er hat uns dann noch Schnaps offeriert, einen einheimischen Gin der aus Bananen gebrannt wird. Im Volksmund wird das Destillat „Kill me quick“ genannt – na das muss doch schmecken. Ist ein richtiges Teufelszeug und haut schon recht rein. Jedenfalls konnten wir mit Stefan nicht mithalten wobei sich unsere Ambitionen diesbezüglich auch in Grenzen hielten. :-) Bei Stefan haben wir auch noch einige Tipps eingeholt und konnten zudem auch Planungsdetails zu unserer Reise bestätigen lassen. Angesprochen auf das Wetter meinte er, dass es im Moment in Uganda ziemlich extrem sei. Der Regen und in dieser Menge sei gar nicht normal für diese Jahreszeit und es gebe dadurch auch Probleme. Manche Regionen seien zur Zeit überschwemmt und sogar von der Aussenwelt abgeschnitten. Um zirka 21:00 Uhr hatten wir genug Gin intus und gingen zurück auf unsere Camp Site und legten uns danach schlafen.[/vc_column_text][/vc_column][vc_column width=“1/3″][vc_empty_space height=“30px“][postgallery_grid id=“Kenia-Uganda-2011-10″ data_source=“data-4″ null=““ slidesetid=“Kenia-Uganda-2011-10″ columns=“1″ columnpadding=“column_padding“ masonry=“masonry“ align=“aligncenter“ imageeffect=“frame“ imgwidth=“255″ imgheight=“255″ lightbox=“yes“ zoomhover=“zoomhover“][vc_separator css=“.vc_custom_1452550804947{margin-bottom: 50px !important;}“][styledbox type=“general_shaded“ icon=“fa-link“ icon_color=“rgba(255,255,255,0.9)“ icon_position=“center“][vc_column_inner][vc_wp_links category=“288″ orderby=“rand“ options=“name“ limit=“-1″][/vc_column_inner][/styledbox][/vc_column][/vc_row][vc_row][vc_column][vc_separator css=“.vc_custom_1452544686088{margin-bottom: 30px !important;}“][vc_basic_grid post_type=“ids“ element_width=“3″ item=“4743″ grid_id=“vc_gid:1452900589510-7797b86d-8b1e-8″ include=“3170, 3174, 3177, 3202″][/vc_column][/vc_row]